Lehrer begeistert von wissenswerkstatt Passau

  • Lehrerinnen und Lehrer aus dem Landkreis Passau machten sich ein Bild von der Einrichtung
  • Am 29. Januar 2013 ist offizielle Eröffnung der wissenswerkstatt Passau
  • Verschiedene Kurse zum Start. Angebot wird schrittweise erweitert

Die wissenswerkstatt Passau nimmt weiter Gestalt an.
Die Umbaumaßnahmen am ehemaligen Postgebäude in der Bahnhofstraße sind weitestgehend abgeschlossen und ein genaues Kursangebot erarbeitet. Lehrerinnen und Lehrer verschiedenster Schularten aus Stadt und Landkreis Passau haben sich zusammen mit Schulamtsdirektor Heinz Fuchs ein Bild von der Einrichtung gemacht.

„Der praxisbezogene Ansatz der wissenswerkstatt ist die ideale Ergänzung zum schulischen Lehrplan“, sagte wiwe-Leiter Ralf Grützner, der das Konzept vorstellte. „Wir wollen Partner der Schulen sein, denn wir verfolgen das gleiche Ziel: Kinder und Jugendliche zu fördern und ihnen Spaß am Lernen zu vermitteln.“

Naturwissenschaftlichen Phänomenen auf den Grund gehen und Alltagstechniken einfach erklären, das haben sich die Initiatoren der wissenswerkstatt zur Aufgabe gemacht. „Das können einfache Fragestellungen sein“, führte Ralf Grützner aus, „zum Beispiel: Wie kommt der Strom in die Steckdose? Oder warum fliegt ein Flugzeug? Bei uns erfahren die Kinder nicht nur die Theorie, die hinter den Dingen des Alltags oder hinter physikalischen Phänomenen steckt, sondern setzen sie durch tüfteln, basteln und experimentieren auch gleich in die Praxis um.“

Gernot Hein, der als Gründungsmitglied von Seiten ZF die wissenswerkstatt in Passau mit auf den Weg brachte, erklärte die Hintergründe der Bildungsinitiative: „Schülerinnen und Schüler haben häufiger in den sogenannten MINT-Fächern, also Schulfächern in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, Schwierigkeiten. Dabei birgt gerade das Wissen in diesen Bereichen ein enormes Potenzial für die berufliche Zukunft. Wir wissen, dass der Bedarf an gut ausgebildeten Facharbeitern, Handwerkern, Technikern und Ingenieuren gerade in unserer regionalen Industrie und im Mittelstand sehr groß ist. Angesichts des demographischen Wandels wird er sogar noch weiter wachsen. Experten befürchten insbesondere in technischen und naturwissenschaftlichen Bereichen einen Fachkräftemangel. Umso wichtiger sind die Angebote der wissenswerkstatt, um Kinder und Jugendliche frühzeitig für Technik und Wissenschaft zu begeistern.“

Die wissenswerkstatt Passau ist eine gemeinsame Bildungsinitiative von Stadt, Landkreis und Universität Passau, den bayerischen Metall- und Elektroarbeitgebern (bayme vbm) sowie ZF am Standort Passau, die die Federführung dieses Projektes innehat. Die Idee der wissenswerkstatt hat aber auch weitere Unternehmen angesprochen und so unterstützen die Unternehmen HATZ und Siemens aus Ruhstorf das Projekt.

Am 29. Januar 2013 wird die wissenswerkstatt offiziell eröffnet. Dies ist zugleich der Startschuss für das Kursprogramm, das für alle Schüler, Schulen, Kinder und Jugendlichen kostenfrei ist. Zu Beginn stehen vier Kurse zur Verfügung: „Dem Wasser auf der Spur“ und „Der einfache Stromkreis“ (jeweils für Kinder von 8 bis 12 Jahren) sowie „Robotik“ (10 bis 14 Jahre) und „Einfach mal ausprobieren“ (ab 8 Jahre). Das Angebot wird schrittweise um Themen aus den Bereichen Naturwissenschaften und Technik erweitert. Die Kurse werden dabei je nach Altersstufe, Wissensstand und Interesse auf die Teilnehmer zugeschnitten. Mitmachen in der wissenswerkstatt können Mädchen und Jungen aller Schularten im Alter von 8 bis 18 Jahren. 

Für bis zu 16 Teilnehmer können die einzelnen Kurse der wissenswerkstatt Passau gebucht werden. Ideal also für geteilte Schulklassen. „Auch bei größeren Schülergruppen finden wir eine passende Lösung“, sagt Ralf Grützner.

Die Anmeldung zu den Kursen erfolgt ab 15. Januar 2013 über die Internetadresse www.wiwe-pa.de, die sich derzeit im Aufbau befindet.

Vormittags steht die wissenswerkstatt Schulbesuchen offen, nachmittags können die Kinder und Jugendlichen das Angebot auf eigene Faust nutzen. Sie können entweder Kurse belegen, die sie über das Internet buchen, oder unter fachkundiger Anleitung eigene Ideen und Projekte verwirklichen.

Vorreiter der wissenswerkstatt ist die gleichnamige Einrichtung in Friedrichshafen, die 2009 von der ZF Friedrichshafen AG zusammen mit weiteren Partnern ins Leben gerufen wurde. Über 8.000 Mädchen und Buben haben die dortige Einrichtung seit ihrer Eröffnung besucht. Die Statistik zeigte: Etwa die Hälfte aller Besuche wurden über Schulen organisiert, 51 Prozent der Kinder und Jugendlichen kamen privat und auf freiwilliger Basis. „Ein schöner Beweis, wie viel Spaß Lernen machen kann“, sagt wiwe-Leiter Ralf Grützner.

Dass in der wissenswerkstatt Praxis groß geschrieben wird, hat man auch in den vergangenen Wochen eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Nach außen hin erhielt das ehemalige Postgebäude in der Bahnhofstraße bereits neuen Glanz. Die Fassade wurde neu und einladend gestaltet und mit dem durchgehenden Design der wissenswerkstatt versehen. Auch im Innenbereich wurde ganze Arbeit geleistet.

Innerhalb von drei Monaten entstanden in den entkernten Räumen des alten Postgebäudes moderne und bestens ausgestattete Werkstätten mit Metall- und Holzbearbeitungs-maschinen sowie Labore für Physik, Elektro- und Steuerungstechnik. Wiwe-Leiter Ralf Grützner und Werkstattleiter Christian Eder kümmerten sich um den reibungslosen Ablauf auf der Baustelle und erarbeiteten zudem in den vergangenen Monaten das Kursprogramm.

Die Lehrerinnen und Lehrer zeigten sich beim Besuch begeistert. Sie versprachen, die wissenswerkstatt nicht nur mit ihren Klassen zu besuchen, sondern auch, an ihren Schulen ordentlich die Werbetrommel zu rühren. Beste Voraussetzungen also für den Start.

Die „Hausherren“ der wissenswerkstatt wiwe Gründungsmitglied Gernot Hein (von links), Leiter für Kommunikation und Marketing bei ZF sowie wiwe-Leiter Ralf Grützner und Werks




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